Nachhaltigkeitsmaßnahmen am Beispiel des Jazzclub Karlsruhe

1. Mobilität Belohnungssystem für Gäste, die das Fahrrad oder die Bahn nutzen Ein Belohnungssystem hat zwei Vorteile, zum einen werden Gäste, die umweltfreundlich anreisen belohnt, außerdem wird dem Thema eine Besondere Aufmerksamkeit geschenkt und es wird kommuniziert, wie wichtig eine nachhaltige Mobilität ist. Möglichkeiten zur Umsetzung: Sekt oder ähnliches für jeden, der eine Fahrkarte der […]

1. Mobilität

Belohnungssystem für Gäste, die das Fahrrad oder die Bahn nutzen

Ein Belohnungssystem hat zwei Vorteile, zum einen werden Gäste, die umweltfreundlich anreisen belohnt, außerdem wird dem Thema eine Besondere Aufmerksamkeit geschenkt und es wird kommuniziert, wie wichtig eine nachhaltige Mobilität ist.

Möglichkeiten zur Umsetzung:

    • Sekt oder ähnliches für jeden, der eine Fahrkarte der Öffentlichen Verkehrsmittel vorlegt
    • Sekt oder ähnliches für jeden, der an der Garderobe einen Fahrradhelm abgibt

 

Bereitstellung von sicheren Fahrradstellplätzen

Um Gäste zu motivieren mit dem Fahrrad zu kommen sind sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sehr wichtig. Dies sollte auch über die Website kommuniziert werden.

2. Gastronomie

In der Kurbel wird es auch einen Barbereich geben. Dafür werden eine Ausstattung, Snacks und Getränke gebraucht. Durch den komplett neuen Aufbau des Barbetriebes ist es einfach nachhaltige Produkte einzuführen.

3. Geträn

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Lokales Bier bspw. von Höpfner oder Hatz-Moninger
auch Angebot von alkoholfreiem Bier

Naturtrübe Apfelsaftschorle, Zitronen-, Orangenlimo, Cola-Mix von Hatz-Moninger
Die Getränke sind in 0,5l Einheits-Mehrweg-Glasflaschen angefüllt.
Über den genauen Produktionsstandort der Getränke, und somit den Transportweg, gibt es keine Infos. Sollte Interesse bestehen kann das, sowie die Inhaltsstoffe und deren Herkunft, beim Hersteller erfragt werden.

Lokaler Wein aus Baden
Gute Weine aus der Region zu bekommen ist zum Glück in Baden nicht so schwierig. Um einen besonders nachhaltigen Wein zu verkaufen sollte ein Bioweingut gewählt werden. Einige Weingüter bieten außerdem Mehrwegflaschen an. Da Einwegglas, wegen des hohen Energieaufwandes beim einschmelzen, die mit Abstand schlechteste Ökobilanz hat sollte hierauf ein besonderes Augenmerkt gelegt werden.

Säfte und Schorlen von heimischen Streuobstwiesen, Streuobstinitiative
Die Säfte werden aus dem vorhandenen heimischen Obst hergestellt. Sie sind in Literflaschen aus Glas abgefüllt.

Softdrinks von Sirplus
Die Lebensmittelretter von Sirplus retten auch Getränke. Die dort angebotenen Produkte sind Lebensmittel, die im normalen Handel nichtmehr verkauf werden können. Dadurch gibt es auch kein festes Sortiment. Sirplus befindet sich in Berlin, von dort müsste die Ware bestellt werden.
Der Verkauf von diesen Produkten wäre sicher etwas komplizierter, als andere Anbieter, allerdings würde das Thema der Lebensmittelverschwendung so mehr in die Öffentlichkeit getragen werden.

Softdrinks aus dem Schwarzwald von Peterstaler
Es gibt sowohl Softdrinks als auch Wasser und Saftschorle on Peterstaler in 0,5 Literflaschen aus Glas. Die Getränke sind keine Bioqualität, allerdings kommen sie aus der Region und sind in Einheits-Mehrweg-Glasflaschen angefüllt.

Limonaden von Lemonaid
Die Getränke von Lemonaid sind aus fair gehandelten und biologisch angebauten Rohstoffen hergestellt. Mit dem Verkauf werden Projekte der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt. Wo genau die Getränke abgefüllt werden, also welchen Transportweg sie haben, ist im Internet leider aus keiner sicheren Quelle zu finden, wahrscheinlich werden die Getränke jedoch in einem Biobetrieb in Süddeutschland abgefüllt. Wenn Interesse besteht kann man diese Frage an die Firma direkt stellen.

4. Essen

Teigwaren können von Karlsruher Bäckern, zum Beispiel Vollkornbäckerei Fasanen Brot.

Snacks
Hier sind einige Vorschläge, für nachhaltige Snacks:

5. Ausstattung

Strohhalme aus Zuckermaße
Falls Strohhalme benötigt werden, gibt es hier gute nachhaltige Alternativen, zum Beispiel aus Zuckermaße. Diese werden bereits vom Tollhaus verwendet. Oft sind Strohhalme gar nicht notwendig, eventuell können sie auch nur auf Nachfrage und nicht standardmäßig verteilt werden.

Mehrweggeschirr
Einer der größten Mülllieferanden ist Einweggeschirr, deshalb sollte das auf jeden Fall vermieden werden.

Kühlschrank
Für energieeffiziente Kühlschränke gibt es bereits viele Empfehlungen. Auf der Seite des Umweltbundesamt sind diese zusammengetragen.

Betrieb eines Fairteilers zum foodsharing
Durch den Betrieb eines Fairteilers wird der Lebensmittelverschwendung etwas entgegengesetzt. Jeder kann Essen, dass zu viel ist dort hinbringen und jeder kann sich etwas nehmen. Das eigene Essen wird so nicht weggeworfen und die Gemeinschaft wird gestärkt. Durch einen Fairteiler in einem kulturellen Zentrum wie dem Jazzclub wird das Thema der Lebensmittelverschwendung außerdem mehr nach außen getragen und erreicht vielleicht auch Menschen, die bisher nicht so sehr damit in Berührung gekommen sind.

6. Energie und Wasser

Ökostrom
Einkauf von Ökostrom (und Biogas) kann einen sehr großen Effekt auf das Klima haben. Grade Bühnen und Bühnentechnik haben einen hohen Stromverbrauch, weshalb sich der Umstieg lohnt. Ökostrom kann von verschiedenen Anbietern bezogen werden, darunter die Stadtwerke Karlsruhe oder die ElektritsitätsWerke Schönau. Die ElektritsitätsWerke Schönau sind eine bürgereigene Gesellschafft. Außerdem werden Solarprojekte in Entwicklungsregionen unterstützt.

Verwenden von in Deutschland produzierten LED-Birnen

CARUS Link zum Beispiel. Das junge Unternehmen aus Marburg produziert LED-Birnen komplett in Deutschland und mit Umweltsiegel.

Bühnenbeleuchtung

Falls keine Bühnenbeleuchtung vorhanden ist, ist die Anschaffung von LED-Scheinwerfern sinnvoll. Diese sind inzwischen schon sehr nah an herkömmlichen Scheinwerfern.

Kontakt: Substage, da sie vor kurzem ihre Beleuchtung auf LED umgestellt haben

Weitere Energiesparmöglichkeiten

  • Bei der Sanierung des Gebäudes Bewegungsmelder im Foyer und den Toiletten installieren
  • Lüftung, Heizung und Dämmung beim Umbau optimieren (Energieeffizienzberatung beachten)
  • Vollständiges abschalten von nicht genutzten Geräten
  • Am besten durch einen Hauptschalter
  • Sonst Installation von Steckerleisten mit Schalter oder Master-Slave-Funktion

Wassersparmaßnahmen

  • Wasserhähne mit Durchlaufmengenbegrenzer und Sensorsteuerung
  • Wassersparende Spülkästen installieren

7. Abfallmanagement

Richtige Mülltrennung ist nicht immer einfach, aber sehr wichtig. Um die Mülltrennung für alle beteiligten einfacher zu gestalten empfiehlt es sich „Müllstationen“ aufzustellen, an denen 4 Mülleimer farblich markiert und gut beschriftet aufgestellt sind. Durch dieses Stationensystem wird das mülltrennen einfacher gemacht und dem Thema wird eine größere Beachtung zugesprochen. Die Farben und die Beschriftung kann man in Karlsruhe am einfachsten aus dem unten gezeigten vier Tonnen Schema ableiten. Man sollte darauf achten, seine Informationen von der eigenen Gemeinde zu beziehen, da sich die Mülltrennung in den Gemeinden unterscheiden kann.

Für Kronkorken, Korken, Plastikdeckel und Kerzenreste können außerdem separate Sammelcontainer aufgestellt werden. Die können an bestimmte Organisationen gespendet werden. Deckel drauf e.V. sammelt beispielsweise Plastikdeckel und finanziert so Polio-Impfungen für Kinder.

Abbildung 4.1: Vier Tonnen Grafik der Stadt Karlsruhe (Stadt Karlsruhe, 2019)

8. Nutzungsverhalten

Durch den Einzug in die Kurbel bietet sich die einmalige Gelegenheit das Verhalten der Mitarbeiter und Gäste zu ändern. Es verändert sich eh viel, da ist es einfach auch das Mülltrennungsverhalten beispielsweise zu ändern. Hier sind einige Vorschläge für mögliche neue Regeln und Gewohnheiten:

  • Der letzte macht das Licht aus
  • Heizung runter drehen, wenn man geht
  • Computer ausschalten, wenn man ihn nicht benutzt
  • Keine Fenster kippen, Stoßlüften
  • Erinnerungs-Post-Its, wenn eins der Sachen vergessen wurde
  • Mülltrennung an sich
  • Müllstationen (es brauch nicht überall einen Mülleimer)
  • Zentraler Notizzettelstapel, mit einseitig bedruckten Zetteln. Dort können alle ihre einseitig beschriebenen Zettel ablegen oder sich welche holen
  • Erinnerungsnotizen/Aufkleber zur Müllvermeidung
  • Freefood-Ecke einrichten, wo Gäste und Mitarbeiter übrig geblieben Lebensmittel ablegen oder mitnehmen können